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Nützliche Informationen

Familiencharta

Warum eine Familiencharta in Familienunternehmen?

Ein Familienunternehmen verbindet eine Familie und ein Unternehmen – zwei Welten mit ihren je eigenen Stärken und Schwächen. Mit der Zeit werden Familien und Unternehmen immer komplexer. Das Eigentum splittert sich auf (Erbfolgen), die Erwartungen der Familienmitglieder können auseinandergehen und Konflikte können entstehen.

Familienunternehmen, die Bestand haben, haben eines gemeinsam: Sie sind gut organisiert. Diese Organisation zeigt sich insbesondere im Erlass einer Familiencharta.

Merkblatt

Die Familiencharta ist ein Dokument, das die Beziehung zwischen Unternehmen und Familie definiert. Sie legt die Rollen, die Zusammensetzung und die Befugnisse der Führungsorgane des Familienunternehmens fest. Sie regelt auch die Beziehungen innerhalb der Familie zur Bewirtschaftung des Familienvermögens.

Idealerweise sollte die Familiencharta früh im Leben des Familienunternehmens ausgearbeitet werden, damit sie sich nicht auf die persönliche Situation eines einzelnen Familienmitglieds bezieht.

Der Hauptunterschied zwischen einer Familiencharta und einem Aktionärbindungsvertrag liegt bei den Unterzeichnenden. Per Definition betrifft ein Aktionärbindungsvertrag nur die Aktionäre einer Gesellschaft, während die Familiencharta die gesamte Familie und nicht nur die im Unternehmen aktiven Familienmitglieder einbezieht.

Die Familiencharta wird von jedem Familienmitglied unterzeichnet und ratifiziert, sobald es das Erwachsenenalter erreicht oder – je nach Wunsch der Familie – durch Heirat in die Familie eintritt.

Jede Familie und jedes Unternehmen ist einzigartig; die Familiencharta muss daher deren Merkmale widerspiegeln. Dennoch werden in einer Familiencharta üblicherweise einige zentrale Themen behandelt: Werte und Vision der Familie, Governance des Unternehmens, Rolle der einzelnen Familienmitglieder, Regeln für den Eintritt der Familie ins Unternehmen, Übertragung des Familienvermögens, Beilegung von Konflikten usw.

Die Form einer Familiencharta ähnelt jener eines Aktionärbindungsvertrags. Sie muss klar, einfach und verständlich sein. Idealerweise ist die Familiencharta ein lebendiges Dokument, das sich an die Familie und das Unternehmen anpasst.

Nach den Grundsätzen des Schweizer Rechts ist die Familiencharta als einfache Gesellschaft zu betrachten. Ihre Bindungswirkung gegenüber den Unterzeichnenden sollte daher nicht problematisch sein, sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind (Schriftlichkeit, freie Zustimmung usw.).

Jede Familie ist einzigartig. Jedes Unternehmen ist einzigartig. Dieses Beispiel ist ein generisches Muster. Es muss zwingend an Ihre besondere Situation angepasst werden.
Relève PME erteilt keine Rechtsberatung und weist darauf hin, dass die auf der Website verfügbaren Informationen und/oder Beispiele in keiner Weise den Beizug einer Fachperson ersetzen.

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